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GUIDE · BASEBALL

Baseball-Wurfgeschwindigkeit mit der Handykamera messen

Redaktion Speed Gun · 2026-09-29

Früher brauchte man zum Messen der Wurfgeschwindigkeit ein Radargerät für mehrere hundert Euro. Heute geht das mit der Handykamera erstaunlich genau. Das Prinzip ist einfach: zurückgelegte Strecke des Balls ÷ benötigte Zeit. Die Kamera nimmt pro Sekunde Dutzende bis Hunderte Bilder auf – zählt man, auf welchem Bild der Ball startet und auf welchem er ankommt, kennt man die Flugzeit.

Was du brauchst

Die Kameraposition entscheidet über die Genauigkeit

Die beste Position ist seitlich der Flugbahn des Balls. Der Ball muss quer durchs Bild fliegen, damit Start- und Endpunkt klar erkennbar sind. Filmst du hinter dem Catcher oder hinter dem Pitcher, bewegt sich der Ball im Bild kaum und der Fehler wird groß.

Wo setzt man Start und Ende?

Üblich sind der Moment, in dem der Ball die Hand verlässt (Release), und der Moment, in dem er den Handschuh des Catchers erreicht. Dabei ist die Distanz entscheidend: Der Pitcher macht vor dem Abwurf mindestens einen Schritt nach vorn, der Ball fliegt also tatsächlich weniger als 18.44m. Bei erwachsenen Pitchern sind es etwa 16.5~17m. Gibst du einfach 18.44m ein, fällt die Geschwindigkeit um 5~10% zu hoch aus.

Tipp. Wenn du genaue Werte brauchst, markiere den Release-Punkt am Boden mit einem Hütchen oder Klebeband und miss mit einem Maßband von dort bis zum Handschuh des Catchers.

Messfehler je nach fps (Bilder pro Sekunde)

Bei einem 30fps-Video liegen zwischen zwei Bildern etwa 0.033 s. Ein Ball mit 120 km/h legt in dieser Zeit rund 1.1m zurück. Schon ein einziges Bild Abweichung am Start oder Ende verfälscht das Ergebnis deutlich. Filmst du mit 240fps, schrumpft der Abstand auf etwa 0.004 s und der Fehler auf rund 1/8.

Aufnahme-fpsBildabstandStrecke eines Balls mit 120 km/h
30ca. 0.033 sca. 1.1m
60ca. 0.017 sca. 0.56m
120ca. 0.008 sca. 0.28m
240ca. 0.004 sca. 0.14m

Der Ablauf in Kürze

  1. Handy seitlich fixieren und mit möglichst hoher fps-Zahl filmen.
  2. Das Bild beim Release und das Bild beim Eintreffen im Handschuh suchen.
  3. Die tatsächliche Distanz zwischen den beiden Punkten eingeben.
  4. Auf dieselbe Weise 3~5 Würfe messen und den Durchschnitt ansehen – so wirft dich ein einzelner Ausreißer nicht aus der Bahn.

Unter guten Aufnahmebedingungen kann die Handymessung bis auf wenige Prozent an ein Radargerät herankommen. Das gilt allerdings nur, wenn Distanz und Bildauswahl stimmen – deshalb ist es am wichtigsten, die Tipps oben zu beachten.

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